Der ganz große Traum (Film Deutschland 2011)

 In Filmtipp, Unkategorisiert, Zeitgeschehen

oder: Wie der Fußball von England nach Deutschland kam

Hatte ich mal erwähnt, dass ich eine Schwäche für Fußball habe? Rein zufällig schaltete ich neulich – gerade um 20:15 Uhr auf der Suche nach Entspannung und einem historischem Film herum. Und wurde fündig! Es kam ein Film, der beide Interessen bediente – Fußball und Geschichte!

Denn im Film geht es um die wichtige Frage: Wie kam der Fußball eigentlich von England nach Deutschland? Durch den Englischlehrer Herr Koch 1874.
Der wurde probeweise in einem deutschen Gymnasium angestellt, führte von England (als Geschenk) einen Fußball mit sich und begann, als er merkte, dass er seine Schüler (Schülerinnen waren damals noch nicht an Höheren Schulen zugelassen) nicht für die englische Sprache begeistern konnte, mit, richtig, Fußball. Und dann lief es…Aber halt. Natürlich nicht gleich und nicht ohne Probleme.

Denn er hatte mit Intrigen und den Schattenseiten des Kaiserreichs zu kämpfen. Diese wurden insbesondere durch einen Förderverein (der sein Gehalt ironischerweise finanzierte) verkörpert, der aus einem Panoptikum bösartiger Figuren bestand: einem kriegslüsternen Geschichtslehrer, durchtriebenen Fabrikanten und natürlich dem konservativen Pfarrer, letzterer besonders herrlich dargestellt.

Nun, dass nicht alle Fabrikanten durchweg böse waren, bewies zum Glück Axel Prahl, im Film der Vater des Torwarts, der zwar auch kaisertreu, aber wenigstens lustig und leicht durchgeknallt daherkam. Ich will nicht zu viel verraten, aber: Auch im Lehrkörper gibt es einen Guten, der jedoch vom bösen Förderverein abhängig ist.

Und die Schüler? Sind sich am Anfang gar nicht grün. Auch hier sind Intrigen an der Tagesordnung. Ja, es werden in den Film einige Klischees bemüht, ob es nun die Darstellung des Kaiserreichs ist, die Darstellung von arm und reich (reich=böse und im Zweifelsfall auch fussballerisch untalentiert und arm=gut – auch fußballerisch…).
Aber mit der Zeit, Fußball sei Dank, wird aus den gegnerischen Schülerfronten ein Team und man steht füreinander ein. Lehrer Koch, von Daniel Brühl sehr sympathisch dargestellt, hat sein Ziel erreicht. Dabei zuzusehen, macht Spass.

Doch die bösen Kräfte erreichen, dass Fußball verboten wird! Werden sie am Ende als Sieger aus diesem Spiel hervorgehen oder doch die Engländer? Dieses Mal kommen sie aber harmlos in Form einer Schülermannschaft daher, die sich mit den Braunschweigern (dort spielt das Ganze) messen wollen. Wer das erfahren möchte, sollte den Film schauen. Denn trotz der Klischees und auch des leicht kitschigen Happy-Ends am Schluss fand ich ihn unterhaltsam und sehenswert. Und eine Information danach zum damaligen Bayern der Hammer!

PS: Nein, es gibt kein Elfmeterschießen am Schluss.

P.S.P.S.: Wer den Film gesehen hat – mich interessiert Eure Meinung!

Meine Wertung:
* -bodenlos schlecht
** -netter Versuch
*** -sehenswert
**** -das meiste richtig gemacht
***** der Kandidat hat die volle Punktzahl

Filmwertung:
Darstellung der Zeit: ***
Schauspieler und Kostüme: *****
Spannende Handlung: *****
Klischees: *****
meine völlig subjektive Gesamtwertung: ***

geeignet für: Fußballinteressierte, Familien, die gerne mal zusammen einen Film mit unterhaltsamen Bildungspotential schauen und natürlich alle Geschichtsinteressierten 🙂

Film: Deutschland 2011, Regie: Sebastian Grobler, Altersfreigabe: 0, alle weiteren Informationen hier

erhältlich bei (lief leider gerade erst neulich im öffentlich-rechtlichen):
Amazon prime:  DVD kaufen*
oder leihen*:
Itunes

*affiliate Link – kostet nicht mehr, aber bei Klick bekomme ich eine (wirklich) kleine Provision

Empfohlene Artikel

Kommentieren