Zwei Geschichten haben wir von Alvin Römer schon veröffentlicht: „Die Opferbowle“ und „Der Spatz und mein Schatz“. Beides sind heitere Geschichten :-), eine spielt in der Weihnachtszeit, eine an Sylvester, hier eine kurze Einführung zu beiden und ein paar Worte zum Autor:

In der Opferbowle geht es um den jungen mittellosen Künstler Arno Rüttelberger, der in jedem Fall auch ein Lebenskünstler ist. Trotz leerer Kasse und der Kündigung durch seinen Vermieter zum nächsten Monat, lässt er es sich nicht nehmen, in seiner kleinen Behausung unterm Dach (Spitzwegs „Der arme Poet“ grüßt) ein paar Freunde zu empfangen und mit ihnen Sylvester zu feiern. Für Getränke ist gesorgt: Ein paar Flaschen Wein für ein Kellerfresko waren sein letzter Lohn.

Die Freunde sind gleichfalls alle noch unentdeckte Talente, ob Dichter oder Maler – ein Arzt ohne Anstellung ist auch noch dabei. Die Stimmung ist gut und es wird im Gurkengefäß eine Bowle angesetzt bis…der andere Hausherr seine Silvester-Gesellschaft fotografieren möchte. Dabei kommt es –sowiel sei schon verraten- fast zu einer Katastrophe und die jungen Herren der Runde stehen plötzlich als Retter da.

Hatte ich eigentlich den Grund der Kündigung erwähnt? Der junge Künstler steht nämlich auf die Tochter des Hauses, was von ihr auch erwidert wird. Jedoch ist er natürlich keine angemessene Partie…

Mehr wird nicht verraten, außer das man in der Geschichte auch erfährt, welche Weine damals getrunken wurden, wieviel sie so kosteten und noch mehr lustige Alltagsdetails.

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Schriftsteller Alwin Römer

Alvin Römer

Über den Autor heißt es in der Sonntagszeitung:

Der Verfasser unserer Novelle „Der Spatz und sein Schatz“ ist unsern Lesern seit Jahren durch seine liebenswürdige Erzählerkunst bekannt. Er wurde in Aschersleben am Harz am 13. Mai 1861 geboren, legte in Berlin seine Studien zurück und lebt jetzt als freier Schriftsteller in Niederlößnitz bei Dresden. Er ist als Novelist und auch als Dramatiker vorteilhaft hervorgetreten.

Alvin Römer war ein sehr produktiver Schrifsteller, über 350 Romane, Erzählungen und Theaterstücke schrieb er.  Viel ist nicht über ihn bekannt – heute (fast!) vergessenen, war er damals einer der populären Unterhaltungsschriftsteller, der auch durch seine Veröffentlichungen in Wochenzeitschriften bekannt wurde. 1924 ist er in Bregenz gestorben.

„Der Spatz und sein Schatz“

haben wir von ihm als Weihnachtsgeschichte veröffentlicht.

Eine Rolle spielen darin ein „Drachen“ (nein, er ist kein weibliches Familienmitglied), ein junger Doktor, der gerade in eine ruhige Straße gezogen ist, ein kleiner Junge, der einen Wunschzettel verschickt und seine hübsche ältere Schwester, die mit dem Namen „Aspasia“ gestraft ist und deshalb „Spatz“ genannt wird. Und ein Faktorum namens „Sponnageln“.

Wer wissen will, wie alle miteinander zusammenhängen, hier geht es zur ganzen Geschichte.

Die Geschichte ist übrigens nicht nur etwas für Romantiker, sondern auch für alle, die sich für Autos interessieren und wie die damals neuen Gefährte bei den Menschen so ankamen. Ohne zu spoilern, mich erinnerten manche Szenen es an solche heutigen Großstädter, die mitten in der Stadt wohnen wollen, sich dann aber ständig über Lärm (sei es von Märkten, Festen oder anderen Events) beschweren…