Herzogtum Braunschweig – das Land der Welfen

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Am Ende des Ersten Weltkrieges ist die militärische Lage für das Deutsche Reich hoffnungslos. Als die Admiralität dennoch einen riskanten Einsatz der Flotte befiehlt, kommt es in Kiel zu einem Aufstand der Matrosen. Die Novemberrevolution von 1918, die sich daraus entwickelt, bereitet der deutschen Monarchie und der Fürstenherrschaft in den Bundesstaaten ein Ende. So auch im Herzogtum Braunschweig.

Der letzte auf dem Thron – Nur sechs Jahre, von 1913 bis 1918, regiert Ernst August Herzog von Braunschweig und Lüneburg das Herzogtum Braunschweig. Er stammt aus der Hannoveraner Welfenlinie und ist mit Viktoria Luise, der einzigen Tochter von Kaiser Wilhelm II. verheiratet. Regiert wird standesgemäß im Braunschweiger Schloss.

Revolutionäre im Schloss – Am 6. November 1918 erreicht die Revolution Braunschweig. In der Stadt kommt es zu Unruhen und Menschenaufläufen. Am Nachmittag des 8. Novembers erscheint eine Abordnung des Arbeiter- und Soldatenrats unter der Führung des Revolutionärs August Merges im Schloss und fordert Herzog Ernst August zur Abdankung auf.

Formlos abgedankt – „Ich, Ernst August, Herzog von Braunschweig und Lüneburg“ erkläre: dass ich für mich und meine Nachkommen auf den Thron verzichte, und die Regierung in die Hände des Arbeits- und Soldatenrates lege.“ So lautet der Text, der auf einem schmucklosen Zettel von den Revolutionären mitgebracht wird. Ernst August unterschreibt ihn nach kurzer Bedenkzeit und sorgt so für einen unblutigen Machtwechsel. Es ist übrigens die erste Abdankung im Deutschen Kaiserreich – erst einen Tag später verzichtet sein Schwiegervater Kaiser Wilhelm II. auf seine Krone.

Der Name des heutigen Bundeslandes Niedersachsen weist auf seine frühen Bewohner hin: die Sachsen. Sie sind ein Verbund von einigen westgermanischen Völkern und siedeln in den heutigen Niederlanden und dem Nordwesten des heutigen Deutschlands – somit auch im Gebiet von Braunschweig. Zum ersten Mal treten sie im 3. Jahrhundert in Erscheinung.

Stammesherzogtum Sachsen 

In blutigen Kriegen unterwirft Karl der Große die Sachsen, christianisiert sie und integriert sie ins Fränkische Reich. Dadurch entsteht das Stammesherzogtum Sachsen, das sich vom Niederrhein bis zur Elbe erstreckt und in dem wahrscheinlich nicht nur einer, sondern mehrere Herzöge gleichzeitig den Ton angeben.

Uralter Adel – Kaum ein anderes heute noch existierendes Hochadelsgeschlecht in Europa ist so alt wie die Welfen. Bis ins 8. Jahrhundert hinein kann man sie zurückverfolgen. Durch geschickte Heiratspolitik erwirbt die Familie im Laufe der Zeit umfangreiche Besitztümer in Schwaben, Bayern und Sachsen, was dazu führt, dass Heinrich der Löwe Herzog von Sachsen wird. Eine Linie der Welfen herrscht seit dieser Zeit mit wenigen Unterbrechungen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs in Braunschweig.

Machtmensch Heinrich – Er ist einer der mächtigsten Fürsten im Reich: der Welfe Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern. In der Politik unterstützen er und sein Cousin Kaiser Friedrich I. Barbarossa sich gegenseitig. Heinrich macht Braunschweig zu seiner Machtzentrale, fördert aber auch Städte wie München, Lübeck und Schwerin. Als er Barbarossa bei dessen Italienfeldzug die Gefolgschaft verweigert, verliert er seine Herzogtümer und muss für mehrere Jahre ins Exil nach England. Nach seiner Rückkehr 1189 stirbt er entmachtet in Braunschweig.

Machtzentrale Braunschweig – Heinrich baut Braunschweig zu seiner Hauptstadt aus. Neben der Anlage von neuen Stadtvierteln lässt er ab ca. 1160 auf dem Burgplatz anstelle der alten Burg, die noch von den Brunonen stammt, seine eigene Burg Dankwarderode errichten. 1173 beginnt er mit dem Bau des Doms, in dem er später auch beigesetzt wird.

Ein deutliches Statement – Als Zeichen seiner Macht lässt Heinrich der Löwe um 1166 das bronzene Löwenstandbild auf dem Burgplatz aufstellen, wo es auch heute noch steht. In der Folgezeit wird der Löwe das Wappentier der Stadt.

Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel 

Die Gebiete, die nach der Entmachtung Heinrichs des Löwen noch im Besitz der Welfen sind, bilden 1235 die Grundlage für das neue Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Dieses teilt sich aber schon bald in kleinere Fürstentümer auf – eines davon ist das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel mit seiner Stadt Braunschweig. Und das hat Bestand, bis Napoleon auf der Bildfläche erscheint.

Hanse verleiht Selbstbewusstsein – Die Stadt Braunschweig liegt am Schnittpunkt bedeutender Fernhandelsstraßen und ist deshalb schon ab 1358 Mitglied der Hanse. Sie entwickelt sich zu einem der wichtigsten Handelsplätze Mitteldeutschlands mit Kontakten nach ganz Nordeuropa. Das bringt der Stadt Wohlstand und Selbstbewusstsein, da die Hanse nicht nur gegenseitige wirtschaftliche Unterstützung, sondern auch militärischen Schutz garantiert.

Geld macht frei – Wie so oft, sind auch die Herrscher im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel knapp bei Kasse. Gut, dass sie eine reiche Stadt haben, der man nach und nach zahlreiche herrschaftliche Rechte verkaufen kann. Die Folge ist, dass Braunschweig nahezu selbständig wird und sich als freie Stadt bezeichnet. Ungünstig für die Fürsten.

Herrscher im Exil – Das Verhältnis der stolzen Stadt zu ihren Fürsten wird bald problematisch. Als die Herzöge der Streitereien überdrüssig sind, verlegen sie ihre Residenz 1432 ins nahe gelegene Wolfenbüttel. Von da aus versuchen sie über 200 Jahre hinweg, die Stadt Braunschweig wieder für sich zu erobern. Was schließlich 1671 auch gelingt.

Bürgerstadt wird Fürstenstadt – Weil die Stadt Braunschweig durch den Dreißigjährigen Krieg und durch schwere Pestepidemien geschwächt ist, gelingt Herzog Rudolf August und seinem Bruder Anton Ullrich im Juni 1671 die Einnahme und Unterwerfung der Stadt. Anders als früher kann die Hanse, deren Einfluss als Städtebund geschwunden ist, Braunschweig keine Hilfe leisten. Vorbei ist die politische Selbständigkeit.

Doppelhochzeit mit Preussen, Teil 1 – Die Doppelhochzeit zwischen dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und Preußen 1733 hat eine dauerhaft Allianz zur Folge, die bis zum Ersten Weltkrieg Bestand hat: Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel heiratet Philippine Charlotte von Preußen, eine Schwester des Kronprinzen von Preußen und späteren Königs Friedrich II. Der Grund dafür ist einerseits die Sympathie zwischen den Vätern, andererseits natürlich auch handfeste bündnispolitische Interessen.

Doppelhochzeit mit Preussen, Teil 2 – Während der Braunschweiger Karl I. eine Ehefrau bekommt, die als sehr gebildet gilt und sich zu einer Mäzenin deutscher Kunst und Literatur entwickelt, hat seine Schwester weniger Glück: Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern ehelicht den späteren König Friedrich II. von Preußen, besser bekannt als Friedrich der Große. Diese Heirat wird dem Kronprinzen von seinem Vater aufgezwungen und führt zu einem, auch räumlich, distanzierten Eheleben, das ohne Nachkommen bleibt. Ob mögliche homosexuelle Neigungen des Kronprinzen der alleinige Grund dafür sind, wird mittlerweile bezweifelt.

 

Königreich Westphalen 

Die Französische Revolution veranlasst die europäischen Monarchien, in den Koalitionskriegen gemeinsam gegen das revolutionäre Frankreich vorzugehen. Im Zuge dieser Kriege gelingt Napoleon die Eroberung von weiten Teilen Europas. Bei der Neuaufteilung der besetzten Gebiete wird 1807 das Königreich Westphalen geschaffen, das das bisherige Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel mit einschließt.

Ein Welfe befiehlt die Preussische Armee – Obwohl Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel als aufgeklärter Fürst in seiner Regierungszeit Gotthold Ephraim Lessing und Carl Friedrich Gauß fördert, gilt seine eigentliche Leidenschaft dem Militär. Er wird als der fähigste Feldherr seiner Zeit angesehen und wird nicht zuletzt aufgrund seiner Verwandtschaft mit dem preußischen Königshaus zum Oberbefehlshaber der preußischen Armee ernannt. 1806 verliert er die Schlacht von Jena und Auerstedt gegen Napoleon. Sein frühes Ausscheiden aus der Schlacht durch eine schwere Verwundung trägt dabei wesentlich zur Niederlage Preußens bei.

Departement der Oker – Nach dem Sieg bei Jena und Auerstedt schafft Napoleon das Königreich Westphalen, das unter Frankreichs  Kontrolle steht und in dem auch das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel aufgeht, und zwar als „Departement der Oker“(benannt nach dem Fluss „Oker“). In der sogenannten „Franzosenzeit“ werden eine moderne Verwaltung und die Errungenschaften der Französischen Revolution eingeführt. Herrscher ist König Jérôme Bonaparte, der jüngste Bruder von Napoleon. Sein Königreich hat Bestand bis zur Niederlage seines Bruders in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. 

Herzogtum Braunschweig 

Auf dem Wiener Kongress, der die Gebiete nach der Niederlage Napoleons neu ordnet, entsteht das neue Herzogtum Braunschweig. 1866 wird es nach dem Krieg zwischen Preußen und Österreich Mitglied des Norddeutschen Bundes, einem Bundesstaat aller deutscher Staaten nördlich des Mains unter preußischer Führung. 1871 wird das Herzogtum nach der Reichsgründung einer der Bundesstaaten des Deutschen Kaiserreichs.

Als wäre nichts gewesen – Das neue Herzogtum Braunschweig wird 1814 in den alten Grenzen des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel errichtet. Herrscher werden wieder die Welfen.

Ein Volksheld – Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel gilt in seiner Zeit als Volksheld. Seinen populären Namen „Schwarzer Herzog“ verdankt er der Farbe seiner Uniform. In den Kriegen gegen Napoleon stellt er 1809 seine „Schwarze Schar“ auf, eine 2300 Mann starke Truppe, mit der er erfolgreich gegen die französische Übermacht kämpft. Dafür wird er hymnisch in zahlreichen Liedern und Gedichten gefeiert. Das Schwarz der Uniform wird sogar eine Zeit lang Modefarbe – man kleidet sich „à la Brunsvic“ und drückt damit Sympathie für den Widerstand aus. Nach der Vertreibung der französischen Machthaber 1813 übernimmt der Herzog in Braunschweig die Regierung. 1815 wird er zwei Tage vor der Schlacht von Waterloo in der Schlacht von Quatre-Bras von einer Kugel tödlich getroffen.

Kampf der Prunksucht – 1830 kommt es in Braunschweig zum Aufstand gegen Herzog Karl II. Im Herzogtum herrschen nach Missernten Arbeitslosigkeit, Hunger und große Unzufriedenheit, so dass die Bevölkerung sich gegen den für seine Prunksucht bekannten „Diamantenherzog“ auflehnt und sein Schloss niederbrennt. Karl II. flüchtet daraufhin mit seinen Reichtümern nach Genf.

Neue Ordnung – Nach dem Aufstand 1830 lässt der neue Herzog Wilhelm von Braunschweig eine für damalige Verhältnisse moderne Verfassung er- arbeiten, die 1832 als „Neue Landschaftsordnung“ im Herzogtum Braun- schweig in Kraft tritt. Sie weist das Herzogtum als konstitutionelle Monarchie aus, trägt aber deutlich liberale Züge. Wählen dürfen Männer ab dem Alter von 25 Jahren, wenn sie eine direkte Steuer zahlen und das Bürgerrecht inne- haben. Ein Teil der Abgeordneten wird dabei über Wahlmänner bestimmt. Diese Wahlordnung wird im Lauf der folgenden Jahre mehrfach verändert. Zum Beispiel fällt das System der Wahlmänner sehr schnell unter den Tisch, außerdem bekommen die Stände und die Wohlhabenden ein stärkeres Ge- wicht.

Alles neu – Bereits ein Jahr nach der Zerstörung des alten Schlosses erfolgt der erste Spatenstich für das neue, dessen Planung in der Hand des braunschweigischen Hofbaumeister Ottmer liegt und das 1841 schließlich fertiggestellt ist. Auch dieses Schloss bleibt von Zerstörungen nicht verschont: das erste Mal 1865 durch einen Brand, das zweite Mal im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomben.

Geschickt taktiert – Das Herzogtum Braunschweig bleibt im Interessenskonflikt zwischen Preußen und Österreich lange neutral. Erst als die Preußen im Deutschen Krieg 1866 bei Königgrätz die Österreicher entscheidend schlagen, schließt sich Braunschweig dem Sieger an. Anders Hannover und die dort herrschende Linie der Welfen. Bis zum Schluss stehen sie auf der Seite Österreichs und werden schließlich vom Gewinner Preußen annektiert.

Moderne Zeiten, gefährliche Zeiten – 1838 wird die Eisenbahnstrecke von Braunschweig nach Wolfenbüttel eröffnet. Sie ist die erste staatliche Eisenbahn im deutschen Bund. Sechs Jahre später entgleist auf der Strecke Wolfenbüttel-Oschersleben in der Nähe von Jerxheim ein Personenzug, der vermutlich nach Braunschweig unterwegs war. Dabei werden etliche Passagiere verletzt.

Hochburg der Konserven – Die Konservierung von Spargel in Metalldosen markiert den Anfang der Braunschweiger Konservenindustrie. Erste Unternehmen existieren ab 1850, 1882 gibt es im Herzogtum Braunschweig 29 Fabriken, 1899 sind es schon 42. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg werden hier zwei Drittel aller deutschen Gemüsekonserven produziert.

Viel Arbeit, wenig Lohn – Um 1900 sind während der Erntemonate ungefähr 6000 Menschen in den Konservenfabriken und 8000 Arbeitskräfte auf den Feldern tätig – 90% davon ungelernte Frauen, größtenteils schlecht bezahlt. Dabei beträgt die Arbeitszeit in den Fabriken bis zu elf, in Extremfällen sogar siebzehn Stunden.

Lektüre fürs Bildungsbürgertum – 1838 gründet Georg Westermann mit Unterstützung des Verlegers Eduard Vieweg den späteren Westermann-Verlag. Bekannt wird der Verlag durch seinen Schulatlas und durch die allseits beliebten „Westermanns Monatshefte“, die ab 1856 erscheinen und sich mit kulturellen, geografischen und belletristischen Inhalten ans interessierte Bürgertum wenden. 

Der König der Busse – 250 Patente erwirbt der Erfinder und Unternehmer Heinrich Büssing in seinem Leben. Noch erstaunlicher aber ist, dass er erst im Alter von sechzig Jahren mit dem anfängt, wofür er bekannt wird: Er gründet 1903 in Braunschweig die „Heinrich Büssing, Specialfabrik für Motorlastwagen, Motoromnibusse und Motoren“, deren Fahrzeuge bald weltweit unterwegs sind und für die deutsche Führungsposition im Bereich der Nutzfahrzeuge sorgen.

Grüsse aus der Residenz – Die Residenz Braunschweig ist nicht nur eine des schönsten Fachwerkstädte des Deutschen Reichs, sondern glänzt auch mit vielen repräsentativen Bauten, wovon man sich auf zahlreichen Postkarten überzeugen kann.

Post aus dem Umland – Auch an den Orten abseits der Residenz Braunschweig geht der Aufschwung nicht spurlos vorbei. Hier entstehen pompöse Rathäuser, Villenviertel und nicht zuletzt auch viele Kasernen.

Welfenprinz trifft Hohenzollernprinzessin – Als Ernst August von Hannover aus der hannoveraner Welfenlinie 1912 dem kaiserlichen Hof in Berlin einen Besuch abstattet, lernt er Viktoria Luise, die Tochter Kaiser Wilhelms II. kennen. Beide verlieben sich ineinander und heiraten am 24.Mai 1913. Die Verbindung der beiden bedeutet das Ende des seit 1866 bestehenden Konflikts zwischen den Welfen und den Hohenzollern. Nur aus diesem Grund darf der Hannoveraner Ernst August die vakante Regentschaft im Herzogtum Braunschweig antreten.

Herzog und Herzogin von Braunschweig, Ernst August und Viktoria Luise, 1913

Glanzvolles Grossereignis  Bei der glanzvollen Hochzeit von Ernst August und Viktoria Luise in Berlin treffen sich die europäischen Herrscher, die zum großen Teil miteinander verwandt sind, zum letzten Mal vor dem Ersten Weltkrieg. So stehen zum Beispiel der russische Zar und der englische König auf der Gästeliste.

Verlierer – Das Herzogtum Braunschweig liegt abseits der Kriegschauplätze und trägt deshalb als solches keinen Schaden davon. Ganz im Gegensatz zu seinen Soldaten, die sowohl im Deutsch-Französischen Krieg als auch im Ersten Weltkrieg den sogenannten Heldentod sterben.

Der Weg in die Demokratie ist in der Weimarer Republik mit ihren einzelnen Ländern äußerst mühsam. Die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen sind denkbar ungünstig, sodass man sich nach fünfzehn Jahren in einer Diktatur wiederfindet.

Freistaat Braunschweig 

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der deutschen Monarchie tritt der Freistaat Braunschweig an die Stelle des Herzogtums Braunschweig. Er hat Bestand bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Unruhige Zeiten – Die ersten sechs Monate nach Kriegsende bedeuten für das Herzogtum Braunschweig eine unruhige politische Zeit. Unmittelbar nach der Abdankung des Herzogs übernimmt ein Arbeiter- und Soldatenrat die politische Macht und ruft die sozialistische Republik aus. Unruhen und Streiks folgen, es droht ein Bürgerkrieg, bis die Reichsregierung die öffentliche Ordnung wiederherstellen lässt. 1922 erhält der Freistaat dann seine republikanische Verfassung.

Ein dunkles Kapitel – Im Vergleich zu anderen Ländern im Deutschen Reich hat der Freistaat Braunschweig schon früh eine Regierung, in der Nationalsozialisten einflussreiche Ministerposten innehaben. Während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft spielt speziell die Stadt Baunschweig und ihr Umland eine wichtige wirtschaftliche Rolle.

Niedersachsen 

Nach dem Zweiten Weltkrieg bilden die Länder Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und Hannover ab 1946 das Land Niedersachsen. Die Hauptstadt wird Hannover. Damit verliert die Stadt Braunschweig ihren bisherigen Status als Hauptstadt, den sie viele Jahrhunderte innehatte.

Wiederaufbau – Die ehemalige Residenzstadt Braunschweig wird im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Um die schätzungsweise 3,5 Millionen Kubikmeter Schutt abtransportieren zu können, wird hier, wie auch in anderen zerstörten Städten, eine Trümmerbahn eingesetzt. 1963 ist die Trümmerbeseitigung offiziell abgeschlossen. Vom einstigen Glanz der Residenz ist wenig geblieben.

Über den Autor:

Michael Osche, 1956 geboren in Braunschweig, studierte in Hamburg Grafik-Design und arbeitet seit knapp 40 Jahren in Düsseldorfer Werbeagenturen. Seiner Geburtsstadt Braunschweig und ihrer Geschichte ist er seit seiner Kindheit stark verbunden. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei der Braunschweiger Löwe, dessen Denkmal auf dem Burgplatz ihn schon früh fasziniert hat.

Mit seinem Buch „Braunschweig – Einfach Geschichte“, das im Wartberg Verlag erschienen ist, möchte er diese Faszination an den Leser weitergeben. Mit vielen Bildern, unterhaltsamen Texten und einer klaren Struktur, die eine lebendige Stadtgeschichte entstehen lässt.

Außerdem gibt es auch ein Buch von ihm über die Düsseldorfer Geschichte: „Düsseldorf. Dorf. Stadt. Geschichte.“, erschienen im Droste Verlag. Dazu ist dieser Artikel zu Düsseldorf auf der Seite erschienen

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