Inhaltsüberblick
Schon zum dritten Mal ermittelt das sympathische Fräulein Charot, dieses Mal in der Sommerfrische am Rhein, zur Zeit der letzten Jahrhundertwende ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Der Roman spielt im Jahre 1910 und schließt direkt an den zweiten Band an. Man kann ihn aber auch gut lesen ohne die vorherigen Bände zu kennen.
Zur Erholung kommen sie und ihre Begleitung, der das Fräulein verehrende Autofabrikant Adler sowie die junge Frau Lilli, welche sie unter ihre Fittiche genommen hat, aber gar nicht. Denn auf ihren Weg dorthin liegt eine Leiche, die eine eigenartige Drachentätowierung hat. Was hat es damit auf sich? Das Drachenmotiv zieht sich durch den ganzen Roman und taucht immer wieder auf. Bald verschlägt es das Trio in eine Villa, die Urlaube für alternativ angehauchte betuchte Bürgerliche anbietet. Es wird vegetarisch gekocht und als spirituelles Erlebnis „dürfen“ die Gäste im Weinberg mitarbeiten. Tja, manche Trends wiederholen sich…Aber auch dort geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Einiges ist verdächtig und schließlich geraten die drei Reisende selbst in Gefahr.
Mit Hilfe einer Gruppe von Wandervögeln und weiteren Mitstreitern, die sie während ihres Abenteuers kennenlernen, geht aber am Ende doch noch alles gut aus – so viel darf schon einmal verraten werden. Denn es wäre doch schade, wenn dies schon der letzte Fall des klugen abenteuerlustigen Fräuleins gewesen wäre.
Fazit:
Ein unterhaltsamer Krimi, der die Rheinromantik von damals lebendig wieder aufleben lässt und in dessen Verlauf das Fräulein mit der kriminalistischen Spürnase wieder zu Hochform aufläuft. Eine besondere Empfehlung für alle, die historische Krimis mit Lokalkolorit, Witz und ohne all zuviel Blutvergießen lieben.
Über die Autorin:
Die gebürtige Detmolderin Michèle Friedrichs ist bildende Künstlerin, Buchautorin und Illustratorin. Heute lebt und arbeitet sie in Mönchengladbach. Sie ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern“, einer Vereinigung von Krimi-Autorinnen.
Zum ihrer Krimi-Reihe rund um das Fräulein Charot sagt sie: „Der Anfang des 20. Jahrhunderts inspiriert mich. Geballte Gründerstimmung, blühendes Bürgerleben und spannende Milieus in beeindruckenden Städten.“ Dieser dritte Band der Reihe ist letzten Dezember erschienen. „Fräulein Charot und die toten Blüten“, der ersten Band, haben wir hier vorgestellt, die Vorstellung des 2. Bandes findet Ihr unter diesem Link. Alle drei Bände sind im Buchhandel erhältlich und man kann sie online unter diesem Link bestellen.
Den Link zur Übersicht aller bisher vorgestellten historischen Kriminalromanen findet Ihr hier.
Wen die Geschichte der Rheinprovinz interessiert, dazu gibt es diesen Gastartikel von Michael Esche: