Berühmte Kurstädte einst und jetzt

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Was hatten Karl der Große, Johann Wolfgang von Goethe, Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, und Karl Marx gemeinsam? Sie fuhren gerne zum Kuren!

In der Folge wollen wir berühmte Kurstädte von damals vorstellen – und natürlich auch ihre berühmten Kurgäste!

Zum Kuren fuhr man zunächst, richtig, um ein Leiden auszukurieren. Wie unterschiedlich in den verschiedenen Jahrhunderten kuriert wurde, erzählt Georg Gatscher-Riedl schon sehr anschaulich im ersten Beitrag dieser Reihe.

Die Methoden, ob tagelange Bäder oder Trinkkuren, bei denen bis zu 20 Liter täglich getrunken wurden, klingen für uns heute eher abschreckend und im besten Fall „abenteuerlich“. Natürlich erzählen sie auch, wie sich die Medizin weiterentwickelte und wie jede Zeit ihre eigenen Heilmethoden hatte. Ob sie nun tatsächlich wirkten oder nicht. Interessant ist natürlich, dass sie gewirkt haben müssen – sonst wäre man ja nicht immer wieder zur Kur gefahren. War es vielleicht auch der Glaube, der bei der Heilung half? Als ein bis heute wichtiger Bestandteil der Genesung?

Oder fuhr man auch aus anderen Gründen zum Kuren? Bestimmt! Wem jetzt spontan der berühmte Kurschatten einfällt – der kann dazu gezählt werden. Denn Flirts und Liebschaften während des Kurens hat es zu allen Zeiten gegeben…

Zur Kur konnten nur die Betuchteren fahren, dauerten sie doch mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate. Das waren zunächst vor allem Adelige und später auch das gehobenere Bürgertum. Natürlich wollte man nicht nur kuren, sondern sich auch amüsieren – wenn man schon mal da war! Die gastgebenden Kurstädte verstanden das und schafften die Voraussetzungen dazu – heute würden wir sagen Infrastruktur. Neben den prunkvollen Kuranlagen entstanden Hotels Pensionen und Restaurants, Theater, Konzert- und Spielhallen sowie Promenaden zum Flanieren.

Dort traf sich die bessere Gesellschaft, man tauschte sich aus, hielt Hof und lernte neue Leute kennen. Kuren waren ein Ort zum Kennenlernen und als solche auch ein beliebter Heiratsmarkt. Und ganz bestimmt wurde auch die eine oder andere außereheliche Beziehung gepflegt – womit wir wieder beim Kurschatten wären.

Insbesondere heute sind die meisten Kurstädte von der Zeit der Belle Époque geprägt und nach wie vor touristische Anziehungspunkte. Die Zeit ist weitergegangen und meist sind die heutigen Besucher keine Kurgäste mehr im klassischen Sinne. Sie genießen jedoch das historische Ambiente der Städte, flanieren die Kurpromenaden und Straßen entlang, gehen entspannt einkaufen, besuchen Cafés und Restaurants und abends Konzerte oder andere kulturelle Veranstaltungen. Die Trinkkuren oder stundenlange Wannenbäder wie zu damaligen Zeiten sind durch Wellness, Entspannung und moderne Anwendungen ersetzt worden.

Begonnen wird die Reihe zu Kurstädten mit einem Gastartikel von Gregor Gatscher-Riedl zum berühmten Kurort Karlsbad im heutigen Tschechien, damals im Kronland Böhmen zur k&k Monarchie gehörend. Seit Sommer ist die Stadt mit zehn anderen Kurstädten als „Great Spas of Europe“ Unesco-Weltkulturerbe. In der Folge werden wir weitere historische Kurorte, die zu diesem Weltkulturerbe zählen, vorstellen.

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