Sisis Mutter und ihre Familie – Herzogin Ludovika in Bayern

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Ein Gastbeitrag von Christian Sepp

Am 14. September 1828 trifft am beschaulichen Tegernsee im bayerischen Voralpenland ein Bote aus dem fernen Portugal ein. Der Reiter transportiert einen Brief, der an die verwitwete bayerische Königin Caroline gerichtet ist. Diese dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als sie das Schreiben öffnet: Formvollendet hält der portugiesische König Miguel I. aus dem Hause Bragança um die Hand ihrer jüngsten Tochter Ludovika an. Doch Caroline wird den Monarchen enttäuschen müssen – ihre jüngste Tochter hat nur fünf Tage zuvor den Bund fürs Leben geschlossen.

 

Eine große Liebe

Miguel und Ludovika waren sich vier Jahre zuvor in Wien zum ersten Mal begegnet. Miguel befand sich zu dieser Zeit in der Residenzstadt der Habsburger im Exil. Er hatte sein Heimatland verlassen müssen, da er gegen seinen Vater, den damals regierenden portugiesischen König, eine Revolte angezettelt hatte. Ludovika weilte 1824 in Wien, da ihre ältere Schwester Sophie mit einem österreichischen Erzherzog verheiratet wurde.

Zwischen dem portugiesischen Prinzen und der bayerischen Prinzessin entwickelte sich schnell eine echte Zuneigung. »Ich war seine erste anständige Liebe«, wird Ludovika als alte Dame ihrer Enkelin Amelie erzählen. Miguel packte die Gelegenheit beim Schopfe und hielt trotz seiner misslichen Lage als exilierter Prinz um die Hand von Ludovika an. Doch deren Vater lehnte den Antrag ab. Ludovikas Mutter Caroline bedauerte diesen Schritt, denn, so schreibt sie in einem Brief, »es ist selten, eine so ausgesprochen natürliche Neigung zu finden wie in diesem Fall.« In Kreisen des europäischen Hochadels wurden Ehen arrangiert und hatten sich nach politischen Vorgaben und nicht nach Gefühlen zu richten. Dass ein Prinz und eine Prinzessin sich tatsächlich verliebten, kam eher selten vor. Um so tragischer, dass Miguel und Ludovika nicht ihren Herzen folgen konnten.

Wie tief die Zuneigung der beiden gewesen sein muss zeigte sich vier Jahre später als Miguel, durch einen diesmal erfolgreichen Putsch mittlerweile zum König von Portugal aufgestiegen, keine Zeit versäumte und umgehend nach seinem Regierungsantritt erneut um die Hand seiner Angebeteten anhielt. Wir wissen bereits, dass auch dieser zweite Vorstoß nicht von Erfolg gekrönt war. Und auch Ludovika scheint den Portugiesen in der Zwischenzeit nicht vergessen zu haben. Dies können wir daraus schließen, dass ihre Familie den Entschluss fasste, ihr nichts von Miguels erneutem Antrag mitzuteilen, „weil man das Erwachsen einer alten Liebe fürchtet“, wie es der Ehemann einer ihrer Schwestern in einem Brief formulierte.

 

Herzog Max in Bayern

Der Mann dem Prinzessin Ludovika von Bayern am 9. September 1828 in Tegernsee das Ja-Wort gab, war Herzog Maximilian in Bayern. Wie seine Gemahlin entstammte er dem Hause Wittelsbach, allerdings gehörte er einer Seitenlinie an. Die beiden kannten sich seit Kindertagen, Herzog Max, wie er kurz genannte wurde, war ein Großneffe von Ludovikas Vater. Als die beiden vor den Traualtar traten gaben sie rein äußerlich gesehen ein attraktives Paar ab. Ludovika war groß, mit üppiger Haarpracht und auffallend blauen Augen. Max war von schlanker Gestalt und hatte bräunliche, ins grünliche schimmernde Augen.

Doch charakterlich waren beide sehr unterschiedlich. In ihren Erinnerungen zeichnet Enkelin Amelie das Bild ihrer Großeltern folgendermaßen: »Großmama war nüchtern erzogen, pflichttreu, gewissenhaft ohne jeglichen künstlerischen Schwung. Großpapa gerade im Gegensatz eine Künstlernatur, mit deren großen Schwächen behaftet. Er liebte die Musik, spielte Zither und componirte. Sie fand, dass Musik melancholisch mache. Großmama hielt auf Wahrung der Hofnormen. Großpapa liebte eine gewisse Ungebundenheit. Letzterer hielt auf Elégance in der Toilette; Großmama hasste hierin den Zwang, überwand sich aber um ihn zu gefallen. Sie ist ihm zeitlebens eine pflichttreue Frau gewesen; er geriet auf Abwege, wie viele vornehme Herren seiner Zeit.«

 

Eine bayerische Prinzessin und ihre Interessen

Auch wenn Amelie ihrer Großmutter jeglichen künstlerischen Schwung abspricht, so zeigt die erst dieses Jahr in einer Auktion in München aufgetauchte Zeichenmappe Ludovikas aus ihrer Zeit als Prinzessin am bayerischen Hof ein anderes Bild. Und zwar das einer talentierten, ausdrucksstarken jungen Frau. Der Zeichenunterricht war Teil einer umfassenden höfischen Ausbildung die Ludovika als Tochter des ersten bayerischen Königs erhielt. Für die Erziehung ihrer Töchter suchten König Max I. Joseph und Königin Caroline von Bayern sorgfältig Lehrer und Lehrerinnen aus, die die Töchter nicht nur in Literatur, Geographie und Geschichte unterrichteten, sondern auch in Sprachen, Tanz und Ballett. Als junge Prinzessin begeisterte sich Ludovika vor allem für Botanik, eine Leidenschaft, die sie mit ihrem Vater teilte, der im Nymphenburger Schlosspark beheizbare Gewächshäuser erbauen ließ um tropische Pflanzen zu kultivieren.

Ihr Leben lang blieb Ludovika wissbegierig und auch aufgeschlossen gegenüber den Erfindungen ihres Jahrhunderts. Als gen Ende ihres Lebens das Telefon Einzug in den Alltag hielt, ließ Ludovika eine Anlage in ihrem Palais in der Stadt, dem Herzog-Max-Palais, einbauen. Auch begeisterte sie sich für alle Geräte, mit denen man etwas messen konnte – sei es nun die Zeit, die Temperatur oder den Luftdruck. Die Hofdame Marie von Redwitz beschreibt dies wie folgt: »Uhren, Thermometer und Barometer umgaben die alte Herzogin beständig, nie konnte sie genug davon haben, als ob sie damit die Zeit aufhalten und das Wetter hätte verbessern können.«

 

Eine unglückliche Ehe

Neben der Vermittlung von Wissen und höfischem Auftreten war Ludovikas Erziehung als weibliches Mitglied eines regierenden Hauses darauf ausgerichtet, sie nicht mit romantischen Liebesgeschichten in Berührung kommen zu lassen. Als alte Dame wird sie erzählen, dass es ihr als Mädchen verboten gewesen sei, Bücher mit Liebesgeschichten zu lesen, die ihre Fantasie hätten anregen können. Als Prinzessin sollte sie in der Lage sein, den Mann unwidersprochen zu ehelichen, den die Familie für sie aussuchte. Und trotzdem fiel es Ludovika schwer, sich in ihre Ehe zu fügen, die von Anfang an unglücklich verlief. Kurz nach der Hochzeit gestand ihr Max, dass er sie nur aus Angst vor seinem strengen Großvater geheiratet habe. Ihren ersten Hochzeitstag verbrachte Ludovika in Tränen, »vom Morgen bis zum Abend«. Besonders die notorische Untreue ihres Ehemannes machte ihr zu schaffen. Aus einem Brief ihrer Schwester Sophie wissen wir, dass Ludovika auf die außerehelichen Affären von Max beleidigt reagiert habe. Sie habe ihren Mann wie Luft behandelt und kein Wort mehr mit ihm gesprochen. Dieses Verhalten brachte Ludovika übrigens Kritik ein – und zwar von Seiten ihrer Schwester. Es sei das einfachste, so deren Rat, ein solches Verhalten einfach zu ignorieren.

Ob es neben der Untreue von Herzog Max weitere Elemente gab, die die Ehe belasteten, wissen wir nicht genau, allerdings finden sich in den Familienbriefen einige merkwürdige Anspielungen. So berichtet beispielsweise im Jahre 1834 Ludovikas Schwester Sophie ihrer Mutter, dass Max »Züge einer unglaublichen Tyrannei« gezeigt habe und zwei Jahre später finden wir in dem Briefwechsel die Bitte: »möge der liebe Gott ihr [Ludovika] lange völlige Unkenntnis der Fehler ihres Gemahls bewahren!«. Und Enkelin Amelie notiert in ihren Erinnerungen eine Begebenheit, bei der Herzog Max sich so über eine seiner Töchter geärgert habe, dass er sie »am Hals packte«. Diese Episode erweckt den Eindruck, dass Herzog Max im Streit sehr emotional und sogar körperlich übergriffig werden konnte.

Zu Beginn ihrer Ehe versuchte Ludovika noch, ihrem Mann optisch zu gefallen, indem sie ein Korsett und enge Stiefel trug. Als sie merkte, dass dies ohne Wirkung blieb, fasste sie den Entschluss, sich nur noch so zu kleiden wie es ihr gefiel. Ihre Enkelin Amelie beschreibt dies wie folgt: »Großmama hielt nichts auf ihr äußeres Aussehen, nichts auf Toilette; da haßte sie jeden Zwang.« Doch die andauernden Verletzungen setzten Ludovika merklich zu. Insbesondere nach dem frühen Tod ihres zweiten Sohnes, der 1833 nach nur wenigen Wochen an Keuchhusten starb, verdüsterte sich ihre Stimmung bis hin zu einer Depression.

 

Possenhofen – ein Schloss auf dem Land

An diesem Tiefpunkt erwies es sich für Ludovika als Segen, dass ihr Mann 1834 große Ländereien am Starnberger See vor den Toren Münchens erwarb. Auch wenn Herzog Max aus einer nicht regierenden Seitenlinie stammte, finanziell war er sehr gut gestellt. So kam die Familie in den Besitz von Schloss Possenhofen, das direkt am Ufer des Sees südlich von Starnberg liegt. Herzog Max zeigte wenig Interesse für den Besitz, ganz im Gegensatz zu seiner Ehefrau. Denn in Possenhofen konnte Ludovika einer weiteren Leidenschaft frönen – dem Spaziergehen. Die Bewegung an der frischen Luft scheint bei ihr einen Heilungsprozess in Gang gesetzt zu haben. Lange Spaziergänge sollten bis an Ludovikas Lebensende ein wesentlicher Bestandteil ihres Alltags bleiben. Enkelin Amelie berichtet: »[Sie] ging gerne viel in die freie Natur hinaus, ohne sich dafür besonders anzukleiden. Noch mit über 80 Jahren ging sie im Sommer stundenlang spazieren.« Auf dem Heimweg habe sie gerne an die Fenster ihrer Nachbarn geklopft, die dann meist schon beim Abendessen saßen. Zurück im Schloss öffnete Ludovika mit Vorliebe Türen und Fenster und sorgte so auch im Haus für frische Luft.

Ludovika versuchte, so viel Zeit wie möglich auf dem Land zu verbringen. Possenhofen war eigentlich für den Winter nicht gerüstet, so dass man die kalten Monate in der Stadt verbrachte. Sobald der Frühling ins Land zog, siedelte Ludovika nach Possenhofen über, um dort so lange wie nur möglich zu bleiben. Einer Freundin beschrieb sie im November 1857 den Zauber von Possenhofen, kurz vor der Abreise nach München: »[…] dazu finde ich immer noch, trotz Schnee und Eis, den Blick auf den See und die Berge recht schön, in der Morgen und Abend Beleuchtung glänzen die dick beschneiten Berge wie Gold, und der See ist von schönstem Blau […]«. Dies sei eine wesentlich schönere Aussicht als aus ihren Zimmern im Herzog-Max-Palais in der Stadt.

 

Kindersegen

Es ist das große Mysterium dieser Ehe, dass sie trotz aller Gegensätze reich mit Nachwuchs gesegnet war. Ludovika brachte insgesamt neun gesunde Kinder auf die Welt, ein Sohn erstickte bei der Geburt, ein Baby verlor sie während der Schwangerschaft. Von den neun Kinder erreichten alle bis auf einen früh verstorbenen Sohn das Erwachsenenalter: Ludwig, Helene, Elisabeth, Carl Theodor, Marie, Mathilde, Sophie Charlotte und Max Emanuel.

Ludovika liebte es seit Kindertagen, Kosenamen zu vergeben. Davor machte sie auch bei ihren Kindern nicht Halt. So wurde aus Carl Theodor »Gakel«, aus Max Emanuel »Maperl«, aus Mathilde »Spatz«, aus Helene »Lenza« und aus Elisabeth »Sisi«. Dies brachte ihr – mal wieder – den Tadel ihrer strengeren Schwestern ein: »Könntest Du nicht, wenigstens in den Telegrammen, den „Gakel“ weglassen? Die Telegraphisten werden irre daran, sie können nämlich nicht glauben, dass dies ein Name sey und machten neulich einen „Onkel“ daraus«, ermahnte sie eine ihrer älteren Schwestern. Doch Ludovika ignorierte diese Aufforderung und erzählte als alte Dame mit sichtlicher Freude, zu welchen Missverständnissen die ungewöhnlichen Kosenamen ihrer Kinder oft geführt hätten.

 

Die kindliche Kaiserin

Das beschauliche Leben endete auf einen Schlag im August des Jahres 1853. In Österreich herrschte mittlerweile Kaiser Franz Joseph I., Ludovikas Neffe und ältester Sohn ihrer Schwester Sophie. Der junge Kaiser feierte am 18. August seinen 23. Geburtstag in Ischl im Salzkammergut. Fast die gesamte Verwandtschaft war eingeladen, darunter auch Ludovika mit ihren ältesten Töchtern Helene, damals 19 Jahre alt, und der 15-jährigen Sisi. Kaum in Ischl angekommen, verliebte sich der junge Monarch in seine hübsche Cousine Sisi und hielt nach zwei Tagen um ihre Hand an, die er auch bekam. Plötzlich wurde aus der jugendlichen Herzogin in Bayern die Verlobte eines der mächtigsten Männer seiner Zeit. Ludovikas Begeisterung hielt sich jedoch in Grenzen, sie fürchtete, dass ihre Tochter dieser schwierigen Aufgabe nicht gewachsen sein würde. Noch am Tage der Verlobung schrieb sie einer Freundin: »Es ist ein so ungeheures Glück und doch eine so wichtige ja schwere Stellung, dass ich in jeder Beziehung sehr bewegt bin. Sie ist so jung, so unerfahren, ich hoffe aber man hat Nachsicht mit dieser grossen Jugend!«. Wenig später vertraute sie in ähnlichem Ton einem Flügeladjutanten des Kaisers an, dass ihr die Aufgabe, die ihrer Tochter bevorstehe, Angst mache – sie besteige den Thron „förmlich von der Kinderstube weg“. Ludovika war also keinesfalls vom Glanz der Krone geblendet, vielmehr machte sie sich Sorgen um das Wohl ihrer sensiblen und schüchternen Tochter.

Nimmt man Ludovikas Verhalten in jenen Tagen etwas näher unter die Lupe, dann erweckt es den Anschein als wollte sie fast absichtlich einen schlechten Eindruck hinterlassen. So ließ sie nicht nur die für ihre Strenge bekannte Schwester stundenlang auf ihre Ankunft warten, sondern sie und ihre Töchter kamen auch in unpassender Kleidung in Ischl an. Denn auf dem Weg dorthin, so Ludovikas Begründung, habe man noch einen Kondolenzbesuch machen müssen, weswegen alle drei in schwarz gekleidet in Ischl erschienen. Von Migräne geplagt, wollte Ludovika nur so schnell wie möglich mit ihren Töchtern im Hotel verschwinden, doch ihre Schwester wusste dies zu verhindern und lotste die Reisegesellschaft mit Bestimmtheit in die Nähe des Kaisers. Alles weitere ist Geschichte.

 

Eine begehrte Kinderschar

Durch die Heirat von Sisi geriet die Familie in den Fokus der Öffentlichkeit. Ludovikas Töchter wurden zu guten Partien, da dies eine verwandtschaftliche Nähe zum Kaiser von Österreich mit sich brachte. Das französische Kaiserhaus zeigte Interesse an Helene, der neapolitanische Hof an Marie. Während sich die erste Partie im Sande verlief, wurde es für Marie ernst – an der Seite ihres Mannes stieg sie im Alter von nur 17 Jahren zur Königin von Neapel-Sizilien auf. Aber nicht nur die Töchter, auch die Söhne wurden nach Sisis Heirat zu Figuren auf dem internationalen politischen Parkett. Zwei ihrer Söhne wurden als mögliche Thronfolger in Griechenland gehandelt, ein Plan, der Ludovika aufgrund der unruhigen Situation dort gar nicht gefiel: »Griechenland wäre mir schrecklich, wenn es einen meiner Söhne träfe.«

Ludovika wird immer wieder gerne unterstellt, dass sie aus Frustration über ihre unglückliche Ehe ihre Töchter in Verbindungen mit mächtigen Männern gedrängt habe. Beschäftigt man sich allerdings mit den erhalten gebliebenen Briefen aus ihrer Hand, so fällt auf, dass Ludovika weder auf Luxus noch auf Macht aus war. Dies waren Werte, die ihr nichts bedeuteten. Vor Sisis Hochzeit gestand sie einer ihrer Schwestern, dass sie sich auf den Wiener Hof und die Gesellschaft dort nicht freuen würde – »für all das passe ich nicht«. Glücklich war sie erst wieder zurück in Possenhofen: »Wir leben hier still, wie Du weißt, aber dass mir das sehr angenehm ist, weißt Du auch«.

Ludovika hing mit großer Liebe an ihren Kindern und ließ sie nur sehr ungern in die Ferne ziehen.   Und egal, mit welchen Problemen sie bei ihr aufkreuzten – es wurde eine Lösung gefunden. Ob nun der Älteste eine bürgerliche Schauspielerin heiratete oder Marie aus Italien heimkehrte und gestehen musste, dass sie ein Kind von jemandem erwartete der nicht ihr Mann war. Ihre Söhne und Töchter dankten mit großer Zuneigung und kehrten in allen Lebenslagen nach Possenhofen zurück.

 

Die Familie verliert den Mittelpunkt

Ludovika überlebte all ihre Geschwister, viele ihrer Nichten und Neffen, ihren Ehemann und ihre älteste Tochter Helene und auch einige ihrer Enkelkinder. Hochbetagt entschlief sie im Alter von 83 Jahren am 26. Januar 1892 in München im Herzog-Max-Palais, gekleidet in einen Schlafrock, gebettet auf eine Chaiselongue, umgeben von ihrer Familie. Die Hofdame Marie von Redwitz notierte: »Der Mittelpunkt der Familie und einer lieben guten Zeit ist mit der alten Hoheit entschwunden. Im Palais wurde es nicht leer von Trauergästen, die von allen Seiten ankamen, obwohl alle offizielle Teilnahme verbeten war. Da waren lauter betrübte Menschen. Jeder hatte in der Dreiundachtzigjährigen ein Stück Jugend und ein wohlwollendes Herz zu beweinen, sie hatte stets Zeit und Interesse für alle gehabt. Das war nicht das Hinscheiden einer alten Frau, die entbehrlich geworden, ihr Tod war eine Lücke, so wie ihr Leben ein Bindemittel für die ganze Familie gewesen war.«

Christian Sepp haben wir als Autor in seinem ersten Gastbeitrag zu Sisis Schwester Sophie Charlotte vorgestellt. Als Historiker und Autor hat er diese Biographie zu Ludovika geschrieben – die 2. Auflage erscheint demnächst im August Dreesbach Verlag. Gleichzeitig ist er Herausgeber des Titels „Erinnerungen an Großmama. Aufzeichnungen der Amelie von Urach über Herzogin Ludovika in Bayern. Eine kritische Quellenedition“ vom Allitera Verlag 2021 verlegt.

Wer mehr erfahren möchte:
Zum Thema gibt es diesen TV-Beitrag: »Herzogin Ludovika: Wer war Sisis Mutter wirklich?«, gesendet im März 2020 in dem Magazin »Zwischen Spessart und Karwendel« (BR)

sowie den Podcast:
Christian Sepp zu Gast in der Sendung »Habe die Ehre!« (BR Heimat) mit Hermine Kaiser, hier der Link zur Mediathek

Weitere Bücher und Publikationen von Christian Sepp finden sich auf seiner Webseite.

Folgende Artikel sind bisher zu Sisi und ihrer Familie erschienen: Sieben Geheimnisse von Kaiserin Sisi ; Sisis Reisen – Flucht oder Abenteuer? , Sisi und der Reitsport vor 150 Jahren, Sophie Charlotte – das dramatische Schicksal von Sisis kleiner Schwester

Zu Ludwig II., mit dem Sisi freundschaftliche Beziehungen pflegte und der Verlobter ihrer jüngeren Schwester Sophie Charlotte war, ist dieser Artikel von Marcus Spangenberg erschienen.

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