Sisi – Die dunklen Seiten einer Kaiserin

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Ein Gastartikel von Petra Herzberg

Wer kennt nicht das süße bayerische Mädel, das im Jahre 1854 eher durch Zufall Kaiserin von Österreich und Gemahlin des mächtigen Regenten Kaiser Franz Joseph I wurde? Garantiert jeder kennt auch die legendären zuckersüßen Sissi-Filme mit Romy Schneider aus den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts. Aber wer war die echte Kaiserin Elisabeth von Österreich wirklich? Was trieb sie an, wie lebte sie und vor allem warum besuchte sie gern Irrenanstalten, war von Geisterbeschwörungen und Tischerücken fasziniert? Warum interessierte sie sich für die Kontaktaufnahme mit dem Jenseits? Begleiten Sie mich gern auf meiner Spurensuche.

Schnell begriff Sisi nach ihrer Hochzeit 1854 mit Kaiser Franz Joseph, dass sie nicht im Paradies gelandet war, sondern mit den in sie gesetzten Pflichten (Kinder und besonders den Thronfolger zu gebären) und Anforderungen sehr schnell überfordert war. Wenige Tage nach der Hochzeit hat sie uns dieses Gedicht hinterlassen:

„Ich bin erwacht in einem Kerker und Fesseln sind an meiner Hand Und meine Sehnsucht immer stärker Und Freiheit! Du mir abgewandt“

Ihr Mann betrog sie mit anderen Frauen. Die Schwiegermutter hatte andere Ansichten, wie sich die Kaiserin von Österreich zu verhalten hatte. Aber Sisi wollte nicht eine Wunsch-Kaiserin sein, sie wollte sich selbst verwirklichen, Sport machen, rauchen, reisen und dichten. Vor allem wollte sie Mutter für ihre Kinder sein. Man nahm ihr jedoch die Kinder weg, verbot ihr, sich alleine zu bewegen, sei es einzukaufen, auszureiten oder auch nur spazieren zu gehen. Immer wurde sie bewacht, bespitzelt und kritisch beäugt.

Sie kam in einer Zeit zur Welt, wo die Gesellschaft mit Frauen anders umging als heute, wo es Regeln gab, über die wir heute lachen. Für die Kaiserin von Österreich, die an den traditionellen österreichischen Hof eingeheiratet hatte, wo seit Jahrhunderten das strenge spanische Hofzeremoniell gelebt wurde und an dem sie zerbrechen sollte, galt das umso mehr. Ist es da ein Wunder, warum sie versuchte, auf all ihre Fragen nach dem Warum und Wieso eine Antwort zu finden?

Die Prophezeiungen einer Wahrsagerin – Kontakt zum Jenseits

Eine Legende sagt, dass eine Zigeunerin der kleinen Sisi, ihrer Schwester Sophie und ihrem Cousin Ludwig II. im Park von Possenhofen die Zukunft aus der Hand gelesen habe. Bei Ludwig las sie den Tod durch Wasser voraus, bei Sophie den Tod durch Feuer und bei Sisi den Tod durch Stahl….

Ludwig II. (dieser Beitrag erzählt von seinen Beziehungen) ertrank im Starnberger See, ihre geliebte Schwester Sophie (in diesem Artikel erfahrt Ihr mehr über sie) kam bei einem Brand während eines Wohltätigkeitsbasars in Paris ums Leben und Sisi starb an den Folgen der Feile, die ihr Lucceni ins Herz stach…

Als ihr Cousin Ludwig unter mysteriösen Umständen im Starnberger See ertrank und auch als ihr Sohn Rudolf in Mayerling Selbstmord beging, versuchte sie immer wieder Kontakt zu ihnen aufzunehmen und nach den Gründen ihres Ablebens zu fragen und vor allem zu erfahren, wie es denn so ist im Jenseits. Einmal hatte sie einen Traum, der sich so real für sie anfühlte, dass sie überzeugt war, ihr Cousin Ludwig II. sei ihr mit nassen Kleidern erschienen. Eine Hofdame hat uns hinterlassen, dass der Boden vor Sisis Bett am nächsten Morgen nass gewesen wäre….

Nach dem Tod ihres einzigen Sohnes Rudolf 1889 in Mayerling trug Sisi nur noch schwarze Kleidung, die Farbe der Trauer und des Todes. Sie hatte all ihre hellen Kleider und ihren funkelnden Schmuck an ihre Töchter und Hofdamen verschenkt. Sie trug nur noch schwarzen Schmuck, schwarze Perlen, ihre Handschuhe, Schirm, Schuhe, Schleier, alles schwarz. In der Hand hielt sie einen schwarzen Fächer, mal aus Leder, mal aus schwarzen Straußenfedern. Nur zum Geburtstag des Kaisers am 18. August trug sie ihm zu Ehren ein „lichtes“, ein hellgraues Kleid – einmal im Jahr.

Wenige Tage nach der Trauerfeier für ihren Sohn Rudolf ließ sie sich an einem späten Abend allein von ihrem Kutscher zur Kaisergruft fahren. Dort bat sie den Pater um Einlass, stieg hinab in die dunkle Gruft und verweilte einige Zeit am Sarg ihres Sohnes. Der Pater erschauderte, als er hörte, wie sie mehrere Male laut nach Rudolf rief. Sie war fest davon überzeugt jetzt von Rudolf eine Antwort zu bekommen. Doch nach den ungehörten Rufen nach ihrem Sohn verließ sie die Gruft wieder so schnell wie sie gekommen war. Selbst dem Pater war dieses Verhalten unheimlich.

Sisi mied immer mehr die öffentlichen Auftritte und ließ sich gern von ihrer Schwiegertochter Kronprinzessin Stefanie vertreten. In den letzten Jahren ihres Lebens befand sie sich fast ausschließlich auf Reisen, immer weit weg von Wien und der Kaisergruft, wo ihr Sohn so schweigsam in einem Zinksarg ruhte und ihr damit Angst machte. Sie gab sich die Schuld an seinem Tod, war des Lebens müde und als ihr der Anarchist, Luigi Luccheni am 10. September 1898 in Genf eine selbstgemachte Feile ins Herz stieß, empfing sie den Tod wie eine Befreiung.

Kurz vor ihrem Tod beim Betrachten der wunderschönen Gärten von Julie Baronin von Rothschild auf Schloss Pregny, wo sie eingeladen waren, hat sie ihrer Hofdame Irma Gräfin Sztaray anvertraut:

„Ich wünschte, meine Seele könnte durch ein kleines Loch im Herzen in den Himmel entfliehen“.

Dichtung und Todessehnsucht
Nachdem sie das Reiten aufgegeben hatte, begann sie wieder viel zu dichten und zu schreiben. Besonders verehrte sie Heinrich Heine. In ihren Träumereien war sie so überzeugt, dass der Meister Heinrich Heine selbst ihr in die Feder diktiere und sie die Gedichte in seinem Namen schrieb ….Genie und Wahnsinn liegen so nah bei einander.

Beleuchten wir also ihr uns heute so seltsam vorkommendes Verhalten:

Im 19. Jahrhundert hatte die Kirche und die Religion noch auf alle Bereiche des Lebens einen großen Einfluss. Sisi lebte in einer Zeit des großen Umbruchs. Die Wissenschaft und Forschung, besonders die Medizin, die Industrialisierung, die Aufklärung, Reisetätigkeiten in fremde Länder und die Neugier bestimmten das Leben und Denken der Menschen und sie stellten die alten Zöpfe der Frömmigkeit immer mehr in Frage.

Sisi verehrte den rebellischen Heinrich Heine und entwickelte in ihrem Leben eine eigene Weltsicht. In ihren Gedichten nahm sie kein Blatt vor den Mund und kritisierte nicht nur die Monarchie, sondern auch die Kirche. Sie interessierte sich für die Natur und hatte ein großes Faible für den Aberglauben. Sterben und Tod kamen in ihren Gedichten und Gedanken immer wieder vor. Sie versuchte zu ergründen, was nach dem Tod kam. In spiritistischen Sitzungen und im Glaube an die Seelenwanderung suchte sie die Antwort. Doch niemand und nichts konnte ihre Fragen beantworten. Depressionen nahmen zu und Todessehnsucht kam auf. Sisi hatte große Angst vor dem Sterben und dem „Danach“, aber sie wünschte sich dennoch tot zu sein. In der letzten Zeile ihres Gedichts „Versuchung“ kommt ihre Selbstmordphantasie besonders zur Geltung:

„Die Stunde der Versuchung ist gewichen.
Ein feiger Hund bin ich nach Haus geschlichen“

In diesem und einem ähnlichen Gedicht beschreibt sie, wie sie auf einem Felsen sitzt und sich ins tosende Meer stürzen will, es aber doch nicht kann. Bildlich beschreibt sie, wie ihr Körper an den Felsen im Wasser zerschellt, wie sich Algen um ihn winden und Fische sie anstarren. Doch sie kann sich nicht überwinden, den letzten Schritt zu gehen.

 

Eigene Götter und Aberglauben
Im Artikel 1 des österreichischen Staatsgrundgesetzes von 1867 lesen wir „Der Kaiser ist geheiligt…..“. Damit war Franz Joseph sakrosankt und er glaubte sein ganzes Leben fest daran als Herrscher von Gottes Gnaden unantastbar zu sein, in allem, was er tat. Als Vorbilder mussten Sisi und Franz Joseph dem Bild entsprechen und an allen Hochfesten des Kirchenjahres teilnehmen und ihrem Volk ein christliches Leben vorführen. Das bedeutete an öffentlichen Beichten, Kommunion und die Gründonnerstagszeremonie des Fuß Waschens teilzunehmen, um nur einige zu nennen.

In den ersten Jahren folgte Sisi noch dieser Pflicht und wusch 12 ausgewählten Greisinnen am Gründonnerstag die Füße als Zeichen der Demut. Später ließ sie sich von ihrer Schwiegertochter Kronprinzessin Stefanie vertreten, da es ihr zuwider wurde und sie die öffentlichen Auftritte mehr und mehr mied. Jedoch ging Sisi ihr ganzes Leben in die Kirche, um zu beten.

Die Wiener Peterskirche, ein paar Schritte von der Hofburg entfernt, wurde zu diesem Zweck sogar abgeschlossen, damit sie ungestört allein beten konnte. Ebenfalls standen Wallfahrten auf dem Programm. Franz Joseph stellte die Kirche niemals in Frage und war immer Katholik, Sisi jedoch stellte die Kirche als Freigeist in Frage. Sie verehrte später den jüdischen Gott „Jehova“, den sie in ihren Gedichten oft erwähnte und anflehte. Jehova galt als gnadenlos, grausam und unberechenbar. Ihre jüngste Tochter Marie Valerie schrieb einmal in ihr Tagebuch, dass sie ihre Mutter auf dem Boden liegend vorfand, Jehova laut anflehend. Sie zweifelte an der Geistesfähigkeit ihrer Mutter und hatte große Angst um sie.

Viele Glücksbringer weckten das Interesse von Sisi. Fand sie ein Hufeisen oder stolperte sie bei ihren Wanderungen über einen größeren Stein, nahm sie beides mit. Im Wiener Auktionshaus „Dorotheum“ wurde 1995 ein so genannter „Stolperstein“ von Sisi für viel Geld versteigert.

Sie hatte ihn beim Spazieren gehen auf der griechischen Insel Santorin am 13. Oktober 1885 gefunden. Sisi trug einen Kreuzanhänger und Amulette, hatte Armbänder mit kleinen Glücksanhängern befestigt. Sie trug ein Medaillon mit Locken des Kronprinzen Rudolf. Selbst die unheimliche „Weiße Dame“ der Habsburger sollte ihr ein paar Mal in der Hofburg begegnet sein.

 

Das selbstbestimmte Bild – Sisi und die Fotografie
Sisi ging in jungen Jahren gern zum Fotografen. Ihre Lieblingsstudios waren die von Ludwig Angerer und Emil Rabending. Seltsamerweise gibt es nur ein einziges Foto, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann zu sehen ist. Es ist das bekannte Foto der ganzen Familie aufgenommen im Schlosspark von Schönbrunn. Ganz wenige Fotos, die von Paparazzi ohne ihr Wissen aufgenommen wurden, zeigten sie z.B. in Kissingen mit ihrem Mann spazieren gehen, sie hat den Fächer vor dem Gesicht und einen Schirm aufgespannt.

Ein weiteres Foto zeigt sie zu Pferd im Kreis ihrer Jagdgenossen. Hier hat sie aber den Fotografen bemerkt und bedeckt das Gesicht mit ihrem Lederfächer.

Das letzte Foto vor ihrem Tod zeigt sie in Territet zusammen mit ihrer Hofdame Gräfin Irma Sztaray. Hier scheint sie die Fotografen ebenfalls zu bemerken, denn im Augenblick des Fotografierens bittet sie die Gräfin um den Schirm, um sich dahinter zu verstecken. Doch der unbekannte Fotograf war schneller und „erwischt“ sie, so dass man ihr Gesicht auf dem Foto gut sehen kann.

Alle anderen von ihr existierenden Fotos zeigen sie entweder allein oder mit ihren Geschwistern, ihren Hunden oder zu Pferd. Die Besuche beim Fotografen wurden von ihr bewusst selbst gewählt. Auch die Position, die sie einnimmt und die Kleidung, die sie trägt, sind von ihr ausgewählt. Dabei ist bei einigen Fotos auffällig, dass sie dem Betrachter ihre Seite bzw. ihren Rücken zuwendet, oft ist ihr Gesicht mit einem Schleier bedeckt.

Dies lässt vermuten, dass diese Position eine Botschaft für die Betrachter sein soll, nämlich geheimnisvoll zu sein und im Falle der Rückenansicht uns zu suggerieren, frei nach ihrem Gedicht „An die Gaffer“:

„Ich wollte die Leute ließen mich in Ruh…. Zu toll wird endlich mir der Spass;
Und nichts mehr soll mich hindern:
Ich drehe eine lange Nas‘

Und zeige ihnen den Hintern“

 

Sisi und die „Narrenhäuser“
Zeitlebens hatte Sisi ein großes Interesse an psychisch Kranken und besuchte oft die sogenannten „Narrenhäuser“ in Wien. Hier ließ sie sich schwere Fälle zeigen und befragte die Ärzte nach deren Behandlungsmethoden. Sie war gelegentlich bei den Behandlungen dabei und entsetzt, dass man u.a. mit kaltem Wasser, anketten und aushungern behandelte. Einmal wurde sie von einer kranken Frau angeschrien und beschuldigt eine Betrügerin zu sein. Die kranke Frau behauptete, selbst die echte Kaiserin Elisabeth zu sein und Sisi sei nichts weiter als eine Betrügerin. Irritiert und entsetzt floh sie aus der Anstalt …. Ein Brief von Sisi an Franz Joseph ist erhalten, in dem sie sich von ihm zum Geburtstag „einen jungen Königstiger, ein vollständig eingerichtetes Narrenhaus oder ein Medaillon“ wünschte. Sie bedankte sich im Voraus bereits für das Medaillon, denn sie wusste, dass Franz Joseph ihr das Narrenhaus niemals schenken würde …. Allein jedoch dieser außergewöhnliche Wunsch zeigt uns sehr deutlich ihre Faszination für Geisteskranke (wie psychisch Kranke damals genannt wurden).

 

Okkulte Sitzungen und Geisterbeschwörungen
Aus Nordamerika kommend breitete sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Spiritismus als regelrechte Mode aus. Die Menschen begannen alles Mögliche zu hinterfragen, sie waren einfach neugierig. Die Männer und Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsformen, Aristokraten so wie Bürger, Stadtbewohner und Bauern wurden aus ihren traditionellen Denkroutinen gerissen. Ihr gesunder Menschenverstand schien zu versagen.

Klopfgeräusche, die Botschaften enthielten, Gegenstände, die durch die Zimmer flogen, Erscheinungen Verstorbener, etc. all das schien mit den herkömmlichen Mitteln der Welterklärungen nicht mehr im Einklang zu stehen und gab Anlass, an das Vorhandensein geheimer okkulter Kräfte zu glauben. Trance, Hypnose und die sog. Seancen beim Tischrücken kamen auf und verbreiteten sich rasant schnell. Zirkusse und Wanderartisten zeigten „die dickste Frau“, „siamesische Zwillinge“, „den größten Mann“, „den kleinsten Mann“, etc. Alles was aus der Norm fiel, faszinierte die Menschen und sie zogen in Scharen zu solchen Aufführungen.

Hellseher und Wunderheiler waren seit dem Mittelalter bekannt. Jedoch war der Spiritismus von Anfang an auch ein Unterhaltungsangebot. Gern in Abendgesellschaften in der Zeit zwischen den Gängen des Abendessens eingesetzt, schaffte es einen Spirit, Kurzweil und Nervenkitzel für gelangweilte Gäste. Die Grenzen zwischen Geisterglauben und Show waren oft fließend. Der Nervenkitzel des Unverständlichen war ein großer Anreiz. Das Geschäft blühte. Französische, englische und amerikanische Fotografen witterten das große Geschäft und waren regelrecht darauf spezialisiert auf Bestellung Geisterfotografien anzufertigen.

Durch Zufall entdeckte man, dass mit Doppelbelichtungen und Retuschen unbeabsichtigt misslungene Bilder als Kuriosität vermarktet werden konnten. Man ließ Personen erst kurz vor Ende der langen Belichtungszeit in den Bildraum eintreten. Objekte, wie ein Tisch oder Stuhl, die während der Aufnahme bewegt wurden oder Personen die kurz in den Bildraum eintraten, wurden als Schemen oder nur schwach sichtbar auf dem fertigen Foto dargestellt. Die relativ lange Belichtungsdauer bei den Aufnahmen war für das Gelingen verantwortlich. Doch man erkannte schnell die Fälschung und der Schwindel flog bald auf. Daher setzte sich die Geisterfotografie nicht durch.

Diese Fotos sind heute selten, aber noch gelegentlich im Handel und bringen atemberaubende Preise. Als Sensation erzeugen sie noch heute entweder ein Lächeln oder ein Schaudern. Wissenschaftler begannen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Sisi kannte die Geisterfotos. Sie sammelte Carte de Visite (CDV) Fotos von schönen Menschen, vorwiegend Frauen, um sich mit ihnen in Sachen Schönheit zu messen. Dabei fiel ihr auch das eine oder andere Geisterfoto in die Hände. War es da verwunderlich, dass sie sich hingezogen fühlte und Antworten auf ihre drängendsten Fragen erhoffte: Warum hat ihr Sohn Rudolf den Tod gewählt und geht es ihm dort, wo er jetzt ist, gut? Leider begriff sie zu spät, dass er nicht mit ihr sprechen wollte. Die Antwort von ihm war stets das Schweigen, fast wie zur Rache, da sie zu seinen Lebzeiten nicht mit ihm sprechen wollte und lieber auf lange Reisen ging, anstatt sich um ihn zu kümmern, obwohl er nach ihr „schrie“.

Tischrücken wird heute noch in geheimen Zirkeln praktiziert, es hat nichts von seiner Faszination verloren. Copper, der Geist, der vor einigen Jahren aus dem Spucknapf einer Zahnarztpraxis sprach, war ein großer Medienrummel. Natürlich flog der Schwindel auf, aber die Faszination des Unerklärlichen bleibt. Wie Sisi versuchen auch wir in der Neuzeit, dem uns unerklärlichen auf den Grund zu gehen.

Damals wie heute sind wir vom Jenseits, vom Unerklärlichen, Mystischen und sogar vom Weltall derart fasziniert und auf der Suche nach den Antworten versuchen wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mittels hinter jedes Geheimnis zu kommen. Warum eigentlich? Lassen wir das Unergründliche doch unergründlich sein, nur so wird es seine Faszination behalten. Sisi jedenfalls lässt uns schön grüßen – aus dem Jenseits oder wo immer sie gerade ist, während wir diese Zeilen lesen.

Über die Autorin:

Petra Herzbergs erste Passion ist Sisi. Sie weiß alles über die berühmte Kaiserin der K & K Monarchie. Alles? Ja, ALLES was man in Erfahrung bringen kann! Nicht nur, dass sie alle (deutschen) Bücher, die es zum Leben von Sisi und ihrem Mann Kaiser Franz Joseph gibt, gelesen hat, sie sammelt neben den Büchern auch Bilder, Fotos und Figuren von Sisi.
Nicht nur die Kaiserin selbst fasziniert und interessiert sie, auch ihre Familie. In ihrer Sammlung von Fotos hat sie im Laufe der Jahre sehr seltene Stücke zusammengetragen, darunter eine Reihe Originalaufnahmen.

Beruflich ist sie seit vielen Jahren erfolgreich in der Bankenbranche tätig. Ihre zweite Passion, die sie, aber das mehr zufällig, mit Kaiserin Sisi teilt: das Reiten im Damensattel und ihre zwei Pferde, ihr Ausgleich vom stressigen Joballtag. Und wenn dann noch Zeit bleibt – dann sitzt sie an ihrem Buch – über wen wohl?

Zu Kaiserin Sisi sind bereits folgende Artikel von Petra Herzberg erschienen: „Sieben Geheimnisse von Kaiserin Sisi, die Du wahrscheinlich noch nicht kennst“ ; „Sisis Reisen – Flucht oder Abenteuer?“ , „Sisi und der Reitsport vor 150 Jahren“ sowie über ihre jüngste Tochter: „Erzherzogin Marie Valerie – die Lieblingstochter von Kaiserin Sisi

Von Christian Sepp wurden diese Artikel zu Sisis kleiner Schwester „Sophie Charlotte – das dramatische Schicksal…“ sowie zu Sisis Mutter Ludovika und ihrer Familie veröffentlicht.

Von Stefan Haderer ist der Artikel  „Sisis jugendliche Schwärmer – die Kaiserin und ihre griechischen Vorleser“ hier erschienen.

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